OMNIAPLASTICA

Lagerbuchsen und Zahnräder


Wenn wir die mechanischen Eigenschaften der verschiedenen Kunststoffe mit denen der metallischen Stoffe vergleichen, stellen wir selbstverständlich fest, daß die Werte niedriger liegen. Es ist deshalb ratsam, Zahnräder aus technoplastischen Werkstoffen nur dort einzusetzen, wo die herausragenden guten Eigenschaften der Kunststoffe, wie:

  • Laufruhe
  • Selbstschmierung und damit die Möglichkeit für den Einsatz im Trockenen, im Wasser oder in staubigen Räumen
  • Sehr guter Abriebwiderstand , Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen
  • Niedrige Produktionskosten bei Bearbeitung mit Werkzeugmaschinen
  • Niedriges spezifisches Gewicht
  • Schlagzähigkeit
  • Verwendung als Sollbruchstelle, um Beschädigungen an teueren Anlagen zu vermeiden
  • Leichte Maßtoleranzen verlangt werden.

AUSWAHL DES KUNSTSTOFFES

PA6.GF Akulon GF

Extrudiertes Polyamid 6 verstärkt mit 20% Glasfaser und Graphit. Die Glasfaser verstärkt das Material, sie gibt ihm eine höhere Abriebfestigkeit , Druckfestigkeit und Biegefestigkeit . Akulon GF ist vorrangig für die Verwendung als Zahnrad geeignet.

PA6 Akulon 6

Beim Vergleich mit Akulon GF stellen wir fest, daß Akulon 6 eine höhere Schlagzähigkeit besitzt, und wegen seiner niedrigeren Druck-, Reiß- und Biegefestigkeit nur dort zum Einsatz kommt, wo diese Eigenschaften vorrangig gefordert werden.

PA 66 Akulon 66 - PA 66.6 Akulon GX

Die Eigenschaften sind dem PA6 sehr ähnlich, jedoch mit größerer Härte.
Akulon GX wird in den Fällen eingesetzt, bei denen ein höherer UV- Widerstand gefragt ist .

PA6 G - PA6 G HR - PA6 G OIL Omniamid

Die Verwendung von Gußpolyamid bietet sich bei Zahnräder und Rollen mit großen Durchmessern sowie großvolumigen Teilen an, da die Möglichkeit besteht groß dimensionierte Rundstäbe und Hohlstäbe einzusetzen. Die ölverstärkte Materialtype hat einen sehr guten Selbstschmiereffekt und eine gute Abriebfestigkeit. Sie wird für die Anfertigung von großen Zahnrädern für Geräte für die Erdbewegung und für Seilbahnen empfehlen.

PET Arnite

Der Kunststoff mit der höchsten Dimensionsstabilität. Er kommt meistens bei Präzisionszahnrädern und Zahnrädern zum Einsatz, die im Wasser oder Flüssigkeiten arbeiten. Er hat einen sehr niedrigen Reibungskoeffizienten und eine sehr niedrige Schlagzähigkeit.

POM - Polyacetal

Es hat eine hervorragende Dimensionsstabilität und sehr gute Eigenschaften. Das Material ist selbstschmierend, die Schlagzähigkeit ist niedriger als bei den Polyamiden . Normalerweise wird es für kleine und Präzisionszahnräder benutzt.

PP - PE 500 - PE 1000

Die Polyolefine sind Kunststoffe mit geringer Reiß - , Druck- und Biegefestigkeit. Sie sind daher für Zahnräder nicht gut geeignet. Sie werden jedoch dann zu diesem Zweck benutzt, wenn die sehr guten chemischen Eigenschaften gefragt sind und nur niedrige Kraftübertragungen verlangt werden. PE 500 ist steifer als PE 1000 hat aber eine niedrigere Schlagzähigkeit . Für die Werkstoffauswahl sind diese Werte besonders zu beachten. PP ist unter den Polyolefinen der Kunststoff mit der höchsten Biegefestigkeit und eignet sich daher normalerweise am ehesten für die Verwendung als Zahnrad.

AUSLEGUNG DER ZAHNRÄDER

VERZAHNUNG

Man arbeitet am besten mit Geradverzahnungen, da die Verminderung der Geräuschentwicklung bei spiralverzahnten Kunststoff - Zahnrädern nicht bedeutend ist.

DRUCKWINKEL

Der gebräuchlichste Winkel für Verzahnungen mit mehr 17 Zähnen ist 20°, für Verzahlungen mit weniger als 17 Zähnen muß neben anderen Faktoren der Druckwinkel verändert werden, um den Zahnfuß zu verstärken..

ZAHNFLANKENSPIEL

Es ist für Zahnräder aus technischen Kunststoffen ein sehr ausschlaggebender Wert, denn beim Einsatz von Kunststoffen ist die Vergrößerung des Volumens verursacht Feuchtigkeitsaufnahme zu beachten.

MATING GEAR MATERIAL

Bei Zahnrädern aus Kunststoff wird für das Gegenrad als Werkstoff am besten Stahl eingesetzt .Kunststoff gegen Kunststoff laufen zu lassen wird wegen des geringen Abbaus der Reibungswärme nicht empfohlen. Die Paarung von zwei Zahnrädern aus Kunststoff ist nur bei sehr langsam, unter Kühlung laufenden Zahnrädern möglich. In diesem Fall wird vorgeschlagen Arnite gegen Arnite laufen zu lassen. Wenn Kunststoff mit Stahl eingesetzt wird, sollte um die Lebensdauer der Zahnräder zu verbessern, die Oberfläche der bearbeiteten Zahnflanken nur eine sehr geringe Rauheit aufweisen.

Das technische Büro von Omnia Plastica steht für weitere Auskünfte gerne zu ihrer Verfügung. Alle Aussagen und Daten sind aus Informationen der Rohstoffherstellern genommen und liefern keine Garantie für den konkreten Einsatz.

LAGERBUCHSEN AUS KUNSTSTOFF

Die Anwendung von technischen Kunststoffen für die Produktion von Lagerbuchsen bietet sich wegen der Bündelung , von guten Eigenschaften an, die in diesen Werkstoffen vereinigt sind .

Niedriger Reibungskoeffizient, er ist niedrig auch ohne Schmierung und unter schlechten Einsatzbedingungen. Er kann bei einer permanenten Schmierung noch verbessert werden.

Selbstschmierung, nach einer Schmierung während des Zusammenbaus, verträgt die Lagerbuchse aus technoplastischem Kunststoff den Trochenlauf oder den Einsatz im Wasser bzw. in anderen Flüssigkeiten.

Hohe mechanische Widerstände, die Druckfestigkeiten technischer Kunststoffe liegen zwischen 500 und 1000 kg/cm2 verbunden mit einer guten Schlagamortisation.
Einige Kunststoffe haben eine gute Formbeständigkeit auch unter dem Einfluß verschiedener Chemikalien.

Hoher Abriebwiederstand auch ohne Schmierung und für Lagerbuchsen, die in staubigen Räumen eingesetzt sind.

KUNSTSTOFF-AUSWAHL

Die Auswahl , welchen technischen Kunststoff man für die Anfertigung von Lagerbuchsen nehmen sollte, hängt davon ab, welche Eigenschaften von dem Werkstoff gefordert werden und welcher Kunststoff die Anforderungen in Bezug auf:

  • Reibungskoeffizient
  • Druckfestigkeit
  • Einsatztemperatur
  • Eventuelle Schlagbelastung
  • Notwendige Formbeständigkeit

erfüllt.
Die unterschiedlichen Festigkeitswerte der technischen Kunststoffe, die vorrangig für Lagerbuchsen ausgewählt werden, können dem Prospekt der Omnia Plastica entnommen werden.

PET - Arnite

Es handelt sich hierbei um den in der Regel für die Herstellung von Lagerbuchsen am besten geeigneten Kunststoff. Er besitzt eine Druckfestigkeit von ca. 850 kg/cm2, hat eine hohe Oberflächenhärte, eine sehr gute Abriebfestigkeit, eine ausgezeichnete Formbeständigkeit sowohl unter Einfluß von Temperatur als auch von Feuchtigkeit, bedingt durch die geringe Feuchtigkeitsaufnahme. Arnite weist neben der hohen Druckfestigkeit als gute mechanische Eigenschaften auch die geringe Verformung unter Belastung auf. Wegen seiner ziemlich hohen Wärmeleitfähigkeit baut Arnite die entstehende Reibungswärme gut ab. Arnite läßt sich gut spanend bearbeiten und ist im Nahrungsmittel - Bereich einsetzbar.

POM - Polyacetal

Polyacetal ist ein sehr gut für Lagerbuchsen geeigneter Werkstoff, der wegen seiner sehr guten mechanischen Eigenschaften, seines Preis - Leistungs - Verhältnisses, seiner hohen Druckfestigkeit ( 900 kg/cm2 ) und Oberflächenhärte , seines niedrigen Reibungskoeffizienten, seiner guten Verträglichkeit gegenüber vielen Chemikalien eingesetzt wird. Auch dieser Kunststoff hat für den Einsatz im Nahrungsmittel -Bereich die BGA- Zulassung. Aufgrund der sehr guten spanenden Verarbeitbarkeit wird Polyacetal bei der Anfertigung von größeren Stückzahlen ausgewählt.

PE 500 - Polyethylen 500 - 1000

Die Polyolefine ( PE 500 , PE 1000 und andere Grade der Polyethylene) haben mit 300 - 400 kg/cm2 die niedrigste Druckfestigkeit der thermoplastischen Kunststoffe. Vorteil dieser Werkstoffe ist die hohe Schlagfestigkeit . Deshalb werden sie meistens für Lagerbuchsen ausgewählt, bei denen ohne hoher Druckbelastung eine angemessene Beanspruchungsfestigkeit erforderlich ist.

PA6 ( Akulon 6 ) - PA 66 ( Akulon 66 )

Polyamide, die Kunststoffe, die wegen ihrer Belastbarkeit für die verschiedensten Verwendungszwecke sehr gut geeignet sind, eignen sich aufgrund der Wasseraufnahme und damit verbundenen schlechten Formbeständigkeit in sehr wenigen Fällen für die Verwendung als Lagerbuchsen.

PA6 G - Gußpolyamid

PA6 GUß ist für die Herstellung von großen Lagerbuchsen ( bis 1500 mm Durchmesser ) unter erschwerten Bedingungen, wie z.B. bei Geräten für Erdbewegung, Seilbahnen und großen Anlagen und Maschinen nicht zu ersetzen. Um den Reibungskoeffizienten und die Formbeständigkeit zu verbessern wird entweder Omniamid Öl ( modifiziert mit speziellem Öl ) oder Omniamid HR ) modifiziert mit Graphit und Öl ) eingesetzt .

PA 66.6 -  Akulon GX

Es handelt sich hierbei um ein Copolymer des Polyamid. Dieses Material besitzt denselben Abriebwiederstand wie PA6, dazu eine höhere Dimensionsstabilität, sehr gute Oberflächenhärte und Druckfestigkeit und ist alterungsbeständig. Die besondere Molekülstruktur gewährleistet gleichbleibende Eigenschaften, auch über längere Zeiträume und unterstützt die problemlose Verarbeitung auf Zerspanungsmaschinen. Als Lagerbuchse wird Akulon GX dort eingesetzt, wo
eine hohe Verschleißfestigkeit gefordert wird.

PA11 - Rilsan

Rilsan ist ein nichthygroskopisches Polyamid mit herausragenden Qualitätsmerkmalen. Dieser Werkstoff kann in feuchten Räumen und unter Wasser eingesetzt werden und behalt auch unter diesen Voraussetzungen die sehr gute Abriebfestigkeit und den niedrigen Reibungskoeffizienten. Das Einsatzgebiet liegt auch wegen der Alterungsbeständigkeit im Flugzeug und Schiffsbau.

PESU - Polyetherosulfon
PES ist ein Kunststoff, der zu den neuen supercopolymeren gezählt wird. Er besitzt hohe Festigkeit, Steifheit und Härte im Temperaturbereich von - 100 bis +150 °C, hat eine sehr gute Thermostabilität und Formbeständigkeit. PES wird besonders dort als Lagerbuchse eingesetzt, wo die diesem Werkstoff eigene Chemikalienbeständigkeit notwendig ist.

PTFE ( Teflon )

PTFE ist mit einem sehr niedrigen Gleitreibungskoeffizienten bis zu einer Temperatur von 230°C einsetzbar. Unter Druck bzw. wegen der Molekülgleitung neigt dieser Werkstoff zur Verformung. Er besitzt relitiv niedrigere mechanische Eigenschaften, die Verformung unter Belastung ist nur 80 Kg/cm2

PVDF

PVDF hat gleiche Eigenschaften der chemischen Beständigkeit wie PTFE, darüber hinaus besitzt PVDF auch höchste mechanische Eigenschaften, die bezogen auf die Druckfestigkeit und dem Reibungskoeffizienten bis zur höchsten Arbeitstemperatur von ca. 160 °C erhalten bleiben. Gegenüber PTFE ist aufgrund des niedrigeren spezifischen Gewichts PVDF wirtschaftlicher.

PLAN

Wellen:
Die Wellen aus Stahl , die mit Kunststofflagern arbeiten sollen, müssen aus gehärtetem Material bestehen und feinstbearbeitet sein. Wellen aus rektifiziertem Stahl können ebenfalls eingesetzt werden. Durch eine sehr feine Bearbeitung der Welle kann dann die Laufzeit verlagert werden . Wellen aus Aluminium, Zink oder Bronze ohne zusätzliche Schmierung einzusetzen, wird nicht empfohlen, da diese weichen Materialen schnell Verschleiß aufweisen würden.

Schmierung:
Wenn auch grundsätzlich Schmierung nicht notwendig ist, erhöht sie doch abhängig von Typ und Qualität des Schmiermittels den p.v. - Grenzwert. Sie verkleinert auch den Reibungskoeffizienten, ermöglicht einen besseren Abbau der Wärme und führt Verschleißpartikel gut ab. Es ist wichtig, daß die Öle entweder nicht sauer sind oder sich in säure Rückstände zur Arbeitstemperatur nicht auflösen . Normalerweise kann man Lagerbuchsen ohne Schmierung mit sehr guten Ergebnissen einsetzen, die Umfangsgeschwindigkeit der Welle darf jedoch nicht zu hoch sein. Man kann eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch eine besondere Oberflächengüte erreichen, so daß Verschleißteilchen nicht in die Gleitfläche eindringen können. Gekühlte Schmierstoffe wirken wie ein Luftströmungssystem kühlend auf die Lagerbuchse und verlängern die Lebensdauer.

Stärken:
Man sollte bei der Auslegung von Lagerbuchsen entsprechend den Bauerfordernissen auf eine möglichst dünne Wandung achten, um damit den Abbau der Wärme zu ermöglichen. Eine Wanddicke von 20 % des Wellendurchmessers ist in den meisten Fällen optimal bemessen. Bei geringen Umdrehungszahlen und stoßartigen Belastungen ist die Wanddicke entsprechend zu erhöhen.

Toleranzen:
Für den Zusammenbau der Lagerbuchse in seinen Sitz, sollte man keine zu engen Toleranzen haben, sondern es ist empfohlen, eine maximale Toleranz von 0,1 mm zu benutzen. Es ist sinnvoll, daß bei der Lagerbuchse eine gute Schmierung berücksichtigt wird , auch wenn die Lagerbuchse für den Trockenlauf konzipiert wurde.

Oberflächendruck:
Die Oberflächendrücke, die zulässigen Belastungen der Berührungsflächen von Lagerbuchse und Welle, sind für die einzelnen Kunststoffe aus ihrer Druckfestigkeit dividiert durch den Faktor 3 bis 5, bezogen auf die Anwendung der Buchse, errechenbar. Man kalkuliert die Projektionsfläche der Bestimmend die Fläche der Berührungszone Welle - Lagerbuchse, und dann prüft man den zulässige Druck der Lagerbuchse, um die beste Anwendungsbedingungen zu erreichen . Aus dem Diagramm 1sind die zulässigen mittleren Oberflächendrucke für die verschiedenen Kunststoffe ersichtlich . Dem Diagramm 2 können die zulässige Maximal - Belastungen entnommen werden, bei Berücksichtigung, daß der Wellendurchmesser der Lagerbuchsenlänge entspricht. Dieses Diagramm berücksichtigt nicht die anderen Bemessungsfaktoren und setzt eine langsame Bewegung voraus.

Temperaturen:
Die zulässige Arbeitstemperatur bei Lagerbuchsen aus Kunststoff ist abhängig vom Zusammenbau und der Schmierung. Im Einzelnen wirkt sich die Schmierung (Öl , emulgiertes Öl ) nicht nur für sich positiv aus, sondern sie führt auch in der Lagerbuchse entstandene Wärme ab und erhöht die Lebensdauer. Die Eigenschaftswerte sind bis zu den folgenden Temperaturbereichen beständig:  

  • 880 °C: Arnite

  • 70 °C : Akulon 6 , Akulon GX und Polyacetal
  • 45 °C ; P.E. 1000
  • 90 °C ; PVDF

Die maximalen Arbeitstemperaturen bei niedriger Belastung liegen höher und hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Spiel:
Das Spiel der Lagerbuchse ist wesentlich, um die Wärmeausdehnung bzw. Schrumpfung zu erlauben. Um eine Axialstreckung zu vermeiden, ist es wichtig die Länge der Buchse kleiner als den Lagersitzt zu bemessen. Für das Axialspiel von Buchsen aus ARNITE (PET) und POLYACETAL (POM) die mit Stahlwellen arbeiten, ist die folgende Formel anzuwenden:

G= 0,012 mm + 0,025.S + 0,001.D
wo :
G= Spiel
S= Stärke der Lagerbuchsenwandung (mm)
D= Wellendurchmesser (mm)
Für die andere Lagerbuchsen muß man ein Diametralspiel von 0,5 - 0,7% benutzen

Das technische Büro von Omnia Plastica steht für weitere Auskünfte gerne zu ihrer Verfügung. Alle Aussagen und Daten sind aus Informationen der Rohstoffherstellern genommen und liefern keine Garantie für den konkreten Einsatz.