Die Tatsache, daß thermoplastische Kunststoffe schlagzäher
als Stahl sind, erlaubt nicht unbedingt den Schluss, daß diese leichter
zu sägen, bohren oder mechanisch zu bearbeiten sind.
Das größte Problem ist die Ableitung der Temperatur, die wegen
der Reibung des Werkzeugs speichert wird.
Die Kunststoffe sind schlechte Wärmeleiter. Die während der
Verarbeitung speichernde Reibungswärme verursacht Spannungen innerhalb
des Halbfabrikates und davon stammen Brüche oder Verminderungen der
mechanischen Eigenschaften. Außerdem die Verarbeitung von überhitzten
Zonen verhindern stabile oder geringe Toleranzen.
WERKZEUGE: Es ist wichtig, gut geschliffene, scharfe Werkzeugstähle aus den gleichen Materialen wie bei der Bearbeitung von Stahl zu verwenden. Für die Bearbeitung von glasfaserverstärkten Kunststoffen sind Hartmetallwerkzeuge einzusetzen.
KÜHLUNG: Während der Bearbeitung ist auf eine ausreichende Abkühlung der Werkstücke zu achten. Ansonsten können durch bei der Bearbeitung auftretende Temperatursteigerungen Risse beim Halbzeuge oder innere Spannungen im Fertigteil auftreten, die sehr schädlich für die Verwendung des Stücks sein können.
TEMPERATUR : Kunststoff-Halbzeuge sollen nicht bei zu niedriger Temperatur verarbeiten werden. Es wird empfohlen die Teile vor der Bearbeitung auf ca. 50°C vorzuwärmen, um die Bearbeitungszeit zu reduzieren.
SCHNITTGESCHWINDIGKEIT: Ein geringer Vorschub bei der Bearbeitung mit gut geschliffenen Werkzeugen garantiert die Anfertigung von Spannungsfreien Teilen. Eine hohe Schnittgeschwindigkeit verursacht eine Überhitzung des Werkstücks mit der Folge innerer Spannungen.
DREHEN: Es sollen die gleichen Werkzeuge wie für die Stahlbearbeitung eingesetzt werden. Für die Bearbeitung von verstärkten Kunststoffen werden hartmetallbestückte Werkzeuge empfohlen.
BOHREN: Hier ist besonders darauf zu achten, daß durch eine sachgerechte Bearbeitung eine Überhitzung und damit Verspannung des Werkstücks verhindert wird. Gut geschärfte Werkzeuge, ausreichende Abkühlung bei der Bearbeitung eine optimale Spanabfuhr sind dafür Voraussetzung. Bei größeren Bohrungen ist mit einem Durchmesser bis max. 15-20 mm vorzubohren und anschließend die Endbearbeitung durch Ausdrehen vorzunehmen.
FRÄSEN: Es sind Werkzeuge wie für die Metallbearbeitung mit gut geschärften Schneiden zu benutzen. Während der Bearbeitung ist auf eine ausreichende Kühlung durch Flüssigkeit zu achten
SÄGEN: Beim Zuschnitt von Kunststoffen kann entsprechend der Dimensionierung der Teile mit dem Tischkreis -, Band- oder Bügelsäge gearbeitet werden. Auch hier sind hartmetallbestückte Sägeblätter mit 20-25 mm Schritt vorteilhaft.
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DREHEN | PA | PA GF | PET POM |
PE | PTFE |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschwind m / min | 200 ÷ 400 | 300 ÷ 500 | 300 ÷ 500 | 250 ÷ 400 | 150 ÷ 250 | |
| mm / U | 0,1 ÷ 0,3 | 0,1 ÷ 0,2 | 0,1 ÷ 0,5 | 0,2 ÷ 0,5 | 0,1 ÷ 0,3 | |
| a | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | |
| b | 5 ÷ 15° | 5 ÷ 10° | 5 ÷ 10° | 5 ÷ 10° | 5 ÷ 12° | |
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BOHREN | PA | PA GF | PET POM |
PE | PTFE |
| Geschwind m / min |
50 ÷ 100 | 50 ÷ 100 | 50 ÷ 100 | 100 ÷ 200 | 150 ÷ 250 | |
| mm / U | 0,1 ÷ 0,4 | 0,01 ÷ 0,1 | 0,01 ÷ 0,2 | 0,1 ÷ 0,3 | 0,2 ÷ 0,6 | |
| a | 10 ÷ 20° | 15 ÷ 30° | 15 ÷ 30° | 10 ÷ 30° | 5 ÷ 20° | |
| b | 60 ÷ 100° | 60 ÷ 90° | 60 ÷ 90° | 60 ÷ 90° | 110 ÷ 130° | |
| g | 5 ÷ 12° | 5 ÷ 10° | 5 ÷ 10° | 10 ÷ 15° | 10 ÷ 15° | |
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FRÄSEN | PA | PA GF | PETPOM | PE | PTFE |
| Geschwind m / min |
< 1000 | < 1000 | < 1000 | < 1000 | < 800 | |
| mm / s. Zahl |
< 0,4 | < 0,4 | < 0,4 | < 0, 6 | < 0,5 | |
| a | 5 ÷ 15° | 5 ÷ 10° | 5 ÷ 10° | 10 ÷ 20° | 10 ÷ 20° | |
| b | 5 ÷ 15° | 5 ÷ 15° | 5 ÷ 15° | 5 ÷ 15° | 5 ÷ 15° | |
|
SÄGEN | PA | PA GF | PET POM |
PE | PTFE |
| Geschwind m / min |
~ 3000 | ~ 3000 | ~ 3000 | ~ 3000 | ~ 2000 | |
| D mm |
15 ÷ 40 | 15 ÷ 40 | 15 ÷ 40 | 15 ÷ 40 | 15 ÷ 40 | |
| a | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 10° | |
|
SÄGEN | PA | PA GF | PET POM |
PE | PTFE |
| Geschwind m / min |
400 ÷ 800 | 400 ÷ 800 | 500 ÷ 900 | 500 ÷ 900 | 300 ÷ 600 | |
| K mm |
5 ÷ 10 | 5 ÷ 10 | 5 ÷ 10 | 5 ÷ 10 | 2 ÷ 5 | |
| b | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 5° | 0 ÷ 10° | 0 ÷ 10° |
Wegen der Eigenelastizität thermoplastischer Kunststoffe, ihrer Neigung zur Maßveränderung bei Temperaturschwankungen und durch Feuchtigkeitseinfluss sind bei der Bearbeitung nur die Toleranzen nach ISO - Tabelle R286 erreichbar. Es ist unnötig Präzisionsteile zu verarbeiten, wenn wegen der normale Temperatur-, und Feuchtigkeitsveränderungen diese Präzision annulliert wird. Man muß auch verstehen, daß, auf Basis der Kunststoffeigenschaften (zum Unterschied von Metallen) hohe Maßpräzision oft sinnlos und teuer sind. Die Tabelle gibt nur grundsätzliche Hinweise über die beständigen erreichbare Toleranzen mit den verschieden Kunststoffen. Die Berechnungen basieren auf Temperaturänderungen ab 20 bis 50 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 0 bis 50%. Die Querlinie zeigen die dauerhaft erreichbaren Toleranzen für die verschiedenen Materialien. Die in der linken Spalte angegebenen Toleranzen können nicht garantiert werden.
Für die erreichbare Toleranzen wurde die ISO R286 Norm benutzt.
Alle Aussagen und Daten sind nur als Information gedacht und liefern keine
Garantie für den konkreten Einsatz.
Das technische Büro von Omnia Plastica steht Ihnen jederzeit zur
Verfügung, um weitere Erklärungen zu geben.